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Ungeordnetes geordnet
- Illegal? Legal? - aber sicher nicht egal
...ist die Arbeit des jungen Schweizers und der jungen Schweizerin mit indonesischen Wurzeln, die in der Inmigrantenschule der BCCM in Keningau, ca. 30 Km nördlich von Tenom.
In Sabah herrscht Vollbeschäftigung. Ohne „Illegale“, meist aus den Philipinen, aber auch aus Indonesien könnte die Arbeit nicht gemacht werden. Aber "Illegale" sind illegal, haben keine Rechte, auch nicht das Recht ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Die BCCM - Kirche hat das Problem erkannt – und gehandelt. In KK und in Keningau bietet sie eine Freizeitbeschäftigung für Kinder an. Die beiden jungen Schweizer sind im Rahmen des PEP – Programms (des Jugendaustauschprogramms) von mission 21 vor Ort und bringen den Kindern in deren „Freizeit“ Englisch bei. Die "Freizeitgruppe" ist in sechs Untergruppen je nach Alter aufgeteilt. Die Jüngern haben am Morgen ihr „Freizeitprogramm“, nämlich rechnen, lesen, schreiben, Englisch, Geschichte, Geographie und sonstige Ferigkeiten. Die Aelteren kommen am Nachmittag zum „Freizeitprogramm“. Eine Schule dürfte die BCCM auf gar keinen Fall führen, aber den Kindern eine Freizeitbeschäftigug bieten, das darf sie. Und die Kinder kommen in Scharen. In Keningau hat man Platz für 170 und es gibt eine Warteliste für diese Freizeitbeschäftigung.
Wenn ich den Quervergleich mache mit Lern- und Wissbegierigkeit der Schüler und Schülerinnen, in Schule und Freizeit mit der Schweiz mache, dann ist der Unterschied auffällig.
Der Besuch in der „Schule“, Gespräch mit den Pep-lern, den Kindern und mit dem Lehrpersonal, dazu der Phototermin das nahm mehr als eine Stunde in Anspruch.
Und dann gings weiter nach Sepulong, relativ nahe der indonesschen Grenze. Vor einigen Jahren gings von hier nur noch mit dem Boot weiter. Unseren Kleinbus haben wir sicherheitshalber schon einmal in ein robusteres Modell getauscht. Essen haben wir auch in Keningau eingekauft. In Sepulong werden dann unserer Fahrer, Pastor William und Pastor Steven, der ortsansässige Pfarrer für uns Kochen. Auch hier wieder eine ehemalige "Missionstation" der Basler Mission.
Die ehemalige Poliklinik dient als Gemeindesaal und als Pfarrhaus. Die Kirche sei relativ gut besucht und Pastor Stefen betreibt Pioniermission. Was ebenfalls im graubereich ist, denn nach malayischem Recht ist jeder Mensch mit seiner Geburt Muslim, sonfern die Eltern nicht etwas anderes aufschreiben.
Der Basler Mission und auch mission 21 wird von gewissen Kreisen vorgeworfen: Was seid ihr für eine Missionsgesellschaft. Ihr missioniert ja gar nicht mehr.
Das müsste nicht nur im Fall von Sabah noch einmal viel differenzierter angeschaut werden. Aber eines ist sicher.
Männer und Frauen wie Honneger, Dilger und andere haben ihre Arbeit gemacht - und die trägt Früchte. Bis heute! - 19 %
Nein, das ist nicht die Angabe der Volumenprozent des lokalen Alkohols, sondern die Steigungen bzw. Gefälle auf der Passtrasse von KK nach Tenom. Begleitet von Pastor William von der BCCM hatte unser armer Toyota-Bus noch mehr zu arbeiten als sonst schon; aber nicht so schwer wie die Nissan Diesel LKW, die – schwer beladen mit mächtigen Tropenholzstämmen – die Strasse hinaufschnaubten und dabei Wolken in die Luft stiessen, die einer Dampflokomotive alle Ehre machen würde.
Es wird nach wie vor herausgeholt, das Tropenholz, obwohl es "untouchable land" gibt, aber wenn ein „Provinzfürst“ plötzlich Geld – oder Land - braucht, ist es eben nicht mehr ganz so unberührbar.
Auf dem Weg nach Tenom verlassene Grossägereien, das Holz ist weniger geworden, rentiert sich nicht mehr, der Timber, und so zieht die Karawane weiter und hinterlässt „Platz“ für den neuen Reichtum Sabahs und Malaysias: Palmöl. Der Tanz um das goldene Kalb!. Wie lange es wohl gut geht?
Reichtum wird in KK zur Schau gestellt. Tenom, ca. 170 km weiter im Süden ist da viel gemütlicher, einfacher, ärmer. Das sieht man an allem, den Häusern, den Strassen und dem Hotel, das an den verloreren Charme eines VEB Hotels in der ehemaligen DDR erinnert. Es ist funktionell, wenn es funktionieren würde, leicht schmuddelig und lässt denen arbeitenden viiiiel Freiraum, um es vornehm auszudrücken.
Internet gibt es keines,warmes Wasser tropft – dafür die ganze Zeit- und die Klima-Anlage kennt nur an- aus- mittel.
Ein Tenom stand plötzlich Pastor Wong von der BCCM neben uns. Er wohnt in TEnom, ist Pastor, lebt aber von seinem „Handelshaus“ und ist in der „chinesischen Kolonie“ bekannt wie ein bunter Hund.
Er führt uns zunächst ins örtliche Museum, danach ins Handy-craft Center der Kirche, wo die Frauen sehr schöne Flechtarbeiten machen. Es ist in der ehemaligen „Missionstation“ der Basler Mission untergebracht und im Besitz der BCCM, seit anfangs der siebziger Jahre die Missionare innerhalb 24 Stunden das Land verlassen mussten.
Im Handycraft center wird ein stückweit auch die Frauenarbeit der BCCM organisiert.Logo der BCCM
Selbstverständlich darf ein kurzer Besuch in der Kirche nicht fehlen, und die Kaffeedegustation bei einem Evangelischen, der in zweiter Generation Kaffee anbaut und verarbeitet.Immerhin hat man ausgehend von einer Holzhütte in den sechziger Jahren nun ein staatliches Gebäude mit eiener Abfüllanlage für Bohnen, gemahlenen und Sachett-Kaffe aufbauen können.
Chinesen sind fleissig, das ist nicht nur ein Vorurteil aus den Wildwestfilmen, in denen die Chinesen immer die Wäscherei haben . Das ist so. Pastor Li, der uns in KK empfangen hatte, kam als zehnjähriger nach Sabah, mit seinem Grossvater, der chinesische Staat hatte sie während einer Hungersnot ziehen lassen.
Heute mit ca 60 hat Pastor Li ein Bauunternehmen, Häuser und zwei Restaurants, die er bereits seinen Söhnen übergeben hat.
Zurück nach Tenom. Der Montagnachmittag ist schon weit vorangeschritten – aber es steht noch ein Kirchenbesuch auf dem Programm. Weit draussen, nur über Staubstrassen erreichbar liegt Agalong, ein Dorf, in der die BCCM eine Kirchengemeinde hat. Im Dorf gibt es eine Kirche, das einzige Steinhaus. Strom? Ja –manchmal, Wasser nicht sauber.Es leben im Dorf etwa 100 Erwachsene und ca 200 Kinder.
Als die Kinder die Fremden in der Kirche sehen, füllt sie sich schnell.
Nach Informationen über Dorf- und Kirchenleben und der Vorstellungsrunde wird ein malaisches Lied gesungen. Wir singen "Vom Aufgang der Sonne" – nicht zum letzten Mal.
Sie würden gerne einen Raum für die Sonntagsschule bauen. Den Platz haben sie schon: unter einem Holz-Wohnhaus.
Ob wir uns hier nicht erkenntlich zeigen könnten. Mit 5000 Franken ist man dabei.
Kinder hat es sicher genug – auch Kinder mit Zeit, denn es gibt ja keinen Fernseher, keine Playstation auch keine X-Box, nur ein Stück Holz, mit dem man „Himmel und Hölle“ auf den baren Lehmboden ritzen kann und (natürlich) einen Fussballplatz.
Jetzt ist der Montag wirklich fast vorbei. Es ist schon dunkel als wir wieder in Tenom eintreffen. Alle sind hundemüde.
Was fehlt? Das obligatorische Abendessen. Pastor Wong hat uns - wie könnte es anders sein – zu einem Chinesen eingeladen und der Tisch biegt sich wieder mal. Diesmal nicht Seafood, aber doch ein Fisch und verschiedene Fleischsorten und viel Gemüse: Tenom ist das Gemüse- und Obstgebiet Sabahs.
Vor dem offenen Restaurant pulst das Leben, zwei Fernsehgeräte dröhnen und Pastor William steht auf und spricht ein Dankgebet. - Sabah Impressionen IV - Sonntag
Heute ist Sonntag. Ruhetag – Zeit für Kirchgang.
Das zweite traf zu, das erste weniger. Zugegeben. Es war mehr Zeit das phantastische Frühstück im Promenade_ Hotel zu geniessen, diese Auswahl an Süssem über Gipfeli bis Donats und sogar Gugelhupf gab es , die Cornflakes, Haferflocken, , die gedörrten Früchte, das chinesische und das malaysische Frühstück und am Schluss das frische Obst.
Aber dann war die Ruhe schon vorbei. Kirchgang bei der Baseler Malayischen Kirche – allerdings beim Chinesischen Zweig in einer riesigen Kirche etwas ausserhalb von KK. Im Erdgeschoss feiern die Chinesen ihren Gottesdienst, in der Mitte ist Sonntagsschule und im obersten Stock die Malaien.
Wir waren bei den Chinesen zu Gast. Peter Li, der Präsident hatte uns eingeladen. Aufgrund des KK Marathon kamen wir leider eine Viertelstunde zu spät. Verstanden haben wir nichts vom Gottesdienst, ausser dass es um die Geistausgiessung in Apostelgeschichte ging. Der Gd war relativ gut besucht, und am Anschluss wurden wir noch vorgestellt. Wir, das sind neben mir, Fredi Hirt, der Geschäftsführer der Basler Mission und unser Reiseleiter, Dieter Bullard Werner, Geschäftsführer der Basler Mission deutscher Zweig, Tea Urech, Bünder Kirchenräten zuständig für Mission und Ökumene, ihre Freundin Christel Florentin und Ines Belser, ehemalige Kirchenratssekretärin Basel Land.
Im Anschluss an den Gottesdienst noch Gespräch mit einigen Gemeindegliedern, und dabei wurde informiert, dass sie eigene Missionare haben, einen sogar in Kasachstan.
Denn Abschluss bildete ein Mitttagessen im „Lokal“ von Peter Lee, inmitten von Mangroven Wäldern und eigner Fischzucht. Und es gab Fisch und Seafruit, incl. Hummer.
Überhaupt wird in diesen Tagen viele gegessen. Mir scheint, dass Essen einen hohen Stellenwert geniesst – und wehe der Eingeladene greift zur Geldbörse.
Das Essen war gegen 14:30 fertig. Fredi hatte bereits ein Bootsfahrt reserviert, Dauer knapp zwei Stunden: Fahrt im Glasboden-Boot über Korallenriffe, Fischbeobachtung und dann die Wohngebiete von „Illegalen“ Philippinen auf dem Wasser in die Bucht vor KK-
Den anschliessenden Museumsbesuch habe ich geschmissen. Wenigstens für eine Halbe stunde wollte ich den Pool des Hotels geniessen. Aber der Genuss hielt sich in Grenzen: in der Badewanne schwimmen ist einfach nicht so lustig, wobei die „Badewanne“ sich nicht auf die Grösse sondern auf die Wassertemperatur bezieht.
Abendessen dann mit Pastor Wong, von der BCCM, dem malaysischen Teil und seiner Frau Lucy, die sowohl Mitglied der Missionssynode von mission 21 ist, als auch verantwortlich für die Frauenarbeit der Kirche. Zudem hat sie einen ganz tollen Kinderchor aufgebaut.
Luci war im vergangenen Jahr auch im Thurgau und sprach am „Kirchentag“.
Dort wurde dann auch das Programm von Montag bis Mittwoch besprochen.
Basislager Tenom, ca. 170 Km südlich von KK – doch davon später - Sabah Impressionen III - STS
Bosch, Sennheisser und weiter klingende Namen im Audiobereich zieren das Audimax, also den neuen grossen Hörsahl des Sabah Teological Seminary in KK. Auch sonst ist der Neubau gelungen. Ein grosser Hörsaal mit 1000 Plätzen, 12 neue Klassenräume, ein Parkdeck mit 80 Plätzen, eine neue Bibliothek, eine neue Informatikabteilung und eine Ausstellungshalle. Im alten Komplex die funktionellen Wohnungen für ca 25 Dozenten und etwas weiter unten im Tal die Wohnungen bzw Zimmer für die Studenten, und noch etwas weiter abseits die ca 80 jährige Kapelle.
22 Jahre ist das Seminar alt, und jetzt der Neubau, der sehr viel Geld gekostet hat. Der malayische Staat gab zur Erweitreung Land und Geld.
Bob Lo, Bischof der Tsung Zin Mission in Hongkong hielt die Eröffnungspredigt. Er erzählte, dass man in Hong kong das Lutherische Seminar in der Stadt den Mercedes Benz unter den Seminaren nennt, aber das STS sei nun der Rolls Royce.
Nun kann man sich fragen, wieso soviel Geld für die Theologsche Ausbildung.
Nun im STS, das von 8 verschiedenen Kirchen getragen ist, studieren 299 Fulltime-Studenten, das braucht eine gewisse Infrastruktur, und mit dem grossen Hörsaal soll Geld generiert werden , indem man ihn weitervermietet. Er war zur Eröffnung übrigens voll.
Die Eröffnung sollte der islamische First Minister von Sabah halten. Er hatte auch zugesagt, aber war dann im letzten Moment verhindert. Stattdessen schickte er den Minister für Bauren und Infrastruktur, ein Christ, aber die Militärpolizei war den ganzen Tag für die Verkehrsregelung zuständig, und der christliche Minister blieb dann selbstverstandlich auch zum offiziellen Eröffnungsgottesdienst.
Danach Mittagessen (eine Art Stehimbiss) und danach Briefing im Konferenzraum, mit Platz für 50 Personen am runden Tisch, mit Video überagugnsmöglichkeiten und Mikrofonen in den Tischen fest installiert - und wieder die Frage vom Anfang, warum so grossartig?
Man muss hier etwas von der asiatischen Seele verstehen. Auch die Form - und nicht nur der Inhalt sind wichtig. und wer die staatliche (islamische) Universität nur von Aussen gesehen hat, der muss nicht weiter fragen.
Wenn die Christen ihren Status (bei 30% der Bevölkerung) behalten oder gar ausbauen wollen, brauchen sie eine gute Ausbildung, in einer guten und repräsentativen Universität.
Die Ziele des Rektors sind hoch gesteckt. STS soll zum Keyplayer in ganz Malaysia und Indonesien werden.
Ein Anfang ist gemacht, auch Dank der Basler Mission und Mission 21, die einen guten Teil des Baus der Bibliothek finanziert haben.
Am Abend noch Dankeschön-Essen mit den Sponsoren (ca 250 Personen) in einem Seafood Restaurant und dann der Kulturelle Abend im weiderum vollen Hörsaal des STS: eine Mischung zwischen Klassik und Ethno. Mit Sopran und Tenor, dem Studentenchor des STS (100 Personen) und der indigenen Tanzgruppe. Alles in allem gelungen.
Zwischen Eröffnung am Morgen und dem Abendessen besuchten wir noch eine "Hauskirche" der PCS. In einer Wohnung im 3. Stock eines Wohnhauses hat man vor gut einem Jahr angefangen, bald wurde die Wohnung zu klein. Man konnte (mit einem horrenden Zins) die Nachbarwohnung dazukaufen.
Nun ist hier der Gottesdienstraum. Der Treppenaufgang heiss und stickig und eng, dann im 3. Stock eine andere Welt: sauber, frisch, mit Air kondition, roter Teppichboden, der Abendmahlstisch in der Mitte, in der Ecke die Instrumente der Band. OK, man sitzt auf Gartenstühlen auf Plastik, aber sonntags sind sowie nicht genug Stühle da, dann ist der "Saal" voll, ca 300 Personen - und in der Zwischenzeit muss der Pfarrer 2 mal am Sonntag Gottesdienst halten.
Begeistert erzählter er vom Gemeindeaufbau, und davon, dass auch "Mittelständler" zu seiner Gemeinde gehören, dann das gibt der Gemeinde mehr (finanziellen) Spielraum. Und so wird man bald auch einen weiteren Studenten ans STS schicken können. - Sabah Impressionen II
Nach einer Uebernachtung in Kudat und einem Gespräch mit der Leitung der Protestant Church of Sabah, die sich in einem Punkt mit ähnlichen Problemen beschäftigt wie die evangelischen Kirchen der Schweiz und in Deutschland - nämlich, wie behalten wir die "Jungen". Allerdings ist hier der Ausgang anders gelagert, denn hier wandern die Jugen aus den Dörfern aus und kommen in die Städte, aber ausser im äussersten Norden Sabahs gibt es keine PCS und in der Zwischenzeit eine junge - aber schnellwachsende Gemeinde in KK. Soll man diese Arbeit ausbauen, war eine der Fragen?
Nun eine Antwort könnte ich mir kaum anmässen, doch es wäre ein grosser Schnritt, waren doch die Rungus bis vor 60 Jahren noch "Waldmenschen"- und die dichten Wälder des Nordens - die wegen des Anbaus von Oelpalmen für unseren Treibstoff in Europa nicht mehr so dicht sind, das sind ihre "Stammlande", in der Stadt ist alles anders.
Ueberhaupt die Stadt:
Sabah wächst schnell: vor wenigen Jahren noch hatte KK zehntausend Einwohner, jetzt sind es mehrere Hunderttausend.
Malaysia ist ein junges Land, auch demographisch gesehen.
Es gibt z.B. im Bezirk Kudat 12 Sekundarschulen. Eine haben wir besucht, Es ist ein Gründung der Basler Mission und ist mit ca 600 Schülern die Kleinste der Schulen. Heute staatlich werden sowohl Christen als auch Muslime (Jungen und Mädchen ) unterichtet, ogleich der Rektor und ein grosser Teil der Lehrerschaft Mitglieder der PCS sind.
Der Staat bildet aus. Schulplicht bis 18!! Jahren und in den letzten beiden Schuljahren werden die wissenschaftlichen Fächer in Englisch unterrichtet.
Interesant. Die muslimischen Schuler haben Islamunterricht, an dem die Christen jederzeit teilnehmen dürfen, und die chrtilichen Schüler besuchen den Ethik Unterricht, der sie zu guten Staatsbürgern machen soll. Aber wodurch zeichent sich ein guter Staatsbürger aus, und auf welchen"Prinzipien" beruht die Ethik im Ethik unterrricht. Uns wurde ein Lehrbuch gezeigt, tönte sehr vernünftig, aber die Prinzipien wurden mir dadurch nicht deutlicher.
Auf der Rückfahrt von Kudat nach KK Halt beim Verwaltungszentrum der PCS. Die PCS hat ca 300000 Mitglieder in 300 Gemeinden und 144 Pfarrer, meist Männer, wenige Frauen.
Ein Problem sind die Finanzen und eben die "Jugendfrage".
Die PCS unterhält Schülerheime, damit ihre Schüler in die Schulen der Städte gehen können, aber nicht immer baut der Staat die Schulen in die Nähe der Schulheime (Internate), so sind nicht alle besetzt, und der Zahn der Zeit nagte. Ehrlich gesagt könnte ich mir keinen meiner SchülerInnen nur 3 Tage in einem dieser Heime vorstellen. Es ist alles sehr sehr einfach, und die Kirche wird entscheiden müssen, wie sie mit den Heimen weiter umgehen wird - und wenn sie entscheidet diese (in einer anderen Form) weiterzuühren, wird man viel Geld (das man nicht hat) in die Hand nehmen müssen.Ein Dorf, in dem Gong, das traditionelle Instrument der Rungus, hergestellt werden, auf dem Weg von Kudat nach KK
Am Abend waren wir wieder in KK und waren eingeladen zu einem kleinen Dinner am STS, dem Theologischen Seminar von Sabah. Der Empfang wurde ausgerichtet von Dr Thu En Ju, dem Principal der Schule. Einmal mehr gab es Reis, so wie zum Frühstück, beim Mittagessen , udn jetzt beim Dinner. Das Theologische Seminar liegt malerische über der Stadt Kota Kinabalu und feiert am 1. Mai sein 22 jähriges bestehen und die Eröffnung seines neuen Gebäudes, darum bin ich ja auch hier in Sabah, doch dazu mehr im nächsten Blog.
Der Abend wurde abgerundet von einem Vortrag eines nordamerikanischen Professors: Scott Sunquist persische! Kirchengeschichte, als Teil de asiatischen Kirchengeschichte, wobei er seinen Einstieg damit begann, dass Jesus der Reformer einer westasiatischen Religion war: des Judentums.
Der Vortrag war sehr gehaltvoll und ich leider so müde, dass nicht allzuviel davon hängenblieb.
Der Schlaf kommt einfach zu kurz auf dieser Geschäftsreise. - Sabah - Impressionen I - TIP of BORNEO
... dass ich mich in einem Land mit vielen Muslims befinde, nämlich in Malaysia, dass habe ich gestern nicht nur an den vielen verschleierten Frauen gemerkt, die jungen Frauen übrigens eher mit Kopftuch und manchmal doch recht eng sitztenden Jeans - sondern auch im Hotelzimmer: an der Decke gab es einen grünen Pfeil - der zeigt nach Mekka.
Aber von Anfang an.
Seit einiger Zeit wusste ich dass mich als Präsident der Basler Mission eine Dienstreise nach Sabah/Malaysia erwartet. Immerhin unterstützt die Basler Mission, heute operationell von mission 21 vertreten, mehrere Programme der evangelischen Kirchen in Sabah - oh, da läuft gerade eine Eidechse in der offenen Hotelhalle die Säule hoch - ALSO zurück zu Sabah und den Kirchen. Chinesische Einwanderer gründeten vor gut hundert Jahren dort eine Kirche, die sie nach den Missionaren nannte, dank denen sie noch in China Christen geworden waren: Basel Mission Church.
Vor etwa 60 Jahren merkte ein Volk im Norden Borneos, dass es den chinesischen Einwanderern viel besser ging als ihnen. Sie beobachteten genau, dass diese Chinesen an einem Tag in der Woche nicht arbeiteten - dem Sonntag. Dass müsse es wohl sein, dachten sie sich und - langer Rede kurzer Sinn - sie wollten nun auch Christen werden, aber nicht irgendwelche, sondern so wie die Chinesen, nämlich "Basler" Christen. Ein Basler Missionar, der viel später dann im Thurgau Pfarrer war, wurde zu ihrem Missionar: Heinrich Honegger (vgl. den Dokumentarfilm, Der Ruf der Rungus, zu beziehen über die Geschäftsstelle der Basler Mission in 4003 Basel, oder beim Kirchenrat des Kantons Thurgau in 8500 Frauenfeld.Die "Missionstation" Honneggers bei den Rungus - heute
Aus diesen Anfängen wurde 1952 eine Kirche gegründet, die Protestant Church of Sabah, welche heute über 300 Gemeinden in Nordborneo hat und zum Lutherischen Weltbund gehört. Von Basel aus wird aber auch die chinesische Kirche, eben diese Basel Mission Church und deren malayisch sprechender Teil unterstützt und das Theologische Seminar (STS) in Kota Kinabula. Dieses interdenominationelle Seminar, das einzige seiner Art in ganz Malaysia, weiht neue Hörsäle ein - und darum bin ich eben zur Zeit nicht in Märstetten, sondern in Sabah.
Der 12 stündige Flug mit Singapur Airlines mit der neuen A380 war sehr ruhig. Das Flugzeug selbst sensationell ruhig. Reisegeschwindigkeit über 1000 Stundenkilometer und fast 11.000 km in einem Rutsch bis Singapur.
Singapur selbst ist grün, grün, grün. Wirtschaftswachstum - jetzt für Singapur nach der Krise: Im vergangenen Monat März + 46!!!!% gegenüber Februar.
Elektronik am Flughafen was das Herz begehrt - und es scheint, dass für alle Arbeit da ist. so zumindest erzählte es der Fremdenführer.
Obs stimmt? Das konnten wir nicht überprüfen.
De Aufenthalt war leider nur 6 Stunden und dann weiter nach Sabah. Von Kota Kinabalu (KK) habe ich noch nicht viele gesehen, denn wir kamen gestern an, hatten ein Arbeitsessen mit "Chef" vom STS, in einem hervorragenden "SEAFOOD" Restaurant und dann ging es heute morgen nach Kudat. Unterwegs beim Halt gab es "gezogenen Tee", der fürchterlich gesüsst war -mit Nido, das ist Nestle Milchpulver. Dann Weiterfahrt zu einem "Longhouse", dass ist oder besser war, die typische Wohnform der Rungus. Das Haus steht auf Stelzen, und jede Familie hat ein Zimmer, ich meinte gelesen zu haben, dass sich bis 20 Familien ein Haus teilten. In der Mitte des Hauses ist die "Dorfstrasse" und links sind die Wohnungen und auf der anderen Seite der "Strasse" die "Terasse" bzw der Arbeitsplatz. Das Dach ist aus Palmenblättern und der Boden aus Bambus. Es läuft sich angenehm auf diesem Bambus, denn die Schuhe zieht man auf der "Dorfstrasse" und in den Wohnungen aus.Ein anderer Typ "Langhaus" auf Sabah aus dem Archiv der Basler Mission unter www.bmpix.orgAm Nachmittag ein kurzes Gespräch mit dem Sekretär der PCS in der zentralen Kirchenverwaltung, dem ehemaligen Wohnhaus des Basler Missionars Otto Dilger und anderen , das wir heute Abend beim Essen gemeinsam mit anderen Pfarrern noch vertiefen werden- und eben dieser Besuch beim Tip of Borneo, dem Ort an dem Magellans Flotte einen 40 tägigen Reparaturaufenthalt auf ihrer "Weltreise" einlegen musste. - Erschüttert V
In China bebt die Erde, in Island bricht innert kurzer Zeit einVulkan zum zweiten Mal aus - und im Süden Chiles nehmen die Nachbeben und Erschütterungen kein Ende, nicht nur die der Erde, sondern auch die der Menschen. Vieles ist mit dem Beben in Frage gestellt, selbst der eigene Glauben.
Sabine Dievenkorn, eine Mitarbeiterin von mission21/Basler Mission im Süden Chiles schreibt von den seltsamen theologischen Blüten, die das Beben treibt: "Ich habe `richtig`geglaubt, darum steht mein Haus noch", konnte man in einigen Predigten hören. Der Umkehrschluss wäre ja dann, weil Du den falschen Glauben hast, darum ist dein Haus zerstört.
Und es gibt Menschen, die ihrem Pastor das auch so abnehmen. Was aber heisst das für die stark zersplitterte (evangelische) Kirchenlandschaft? Sind das die "richtigen" evangelischen Kirchen, deren Kirchengebäude noch stehen? Und wie ist es zu werten, dass die römisch-katholische Kirche Chiles letzte Woche meldete, dass 47% aller Kirchengebäude vom Erdbeben mehr oder weniger stark betroffen sind?
Hier ist denke ich, ist ehrliches Theologenhandwerk und nicht billige Polemik gefragt -Und Hilfe ist gefragt. Das täglich Leben ist immer noch lange nicht im "normalen Bereich". Ich zitiere aus einem Mail:"Wir helfen ganz privat und ganz direkt in Talcahuano und Dichato. Aber es geht nur langsam voran und nicht jede Hilfe wahrt die Würde der Empfangenden.
Andreas arbeitete in der letzten Woche in Talcahuano mit den Fischern am Wiederaufbau eines sozialen Zentrums der Gewerkschaft. Gewerkschaft hat ja hier nicht nur einen andern Klang, sondern auch eine andere Bedeutung. Hier, wo die, die wegen des wirklich unsozialen Kapitalismus hier, keine Unterstuetzung bekommen, nicht bei Arbeitsverlust, nicht bei Krankheit. Sie arbeiten wie die Tageloehner von einst. Und der Tageslohn liegt - ich wage es kaum zu schreiben -
oft bei weniger als 10.000 chilenische Peso am Tag, das sind etwas mehr als 10 Euro, aber keine 15 Euro.
Privatinitiativen haben in Kooperation mit der katholischen Kirche den Staat unterstuetzt, der jetzt beginnt Haeuser anzubieten,“Techo para Chile“ – ein Dach fuer Chile. Das sind, man kann es nicht glauben, Spanplatten, die mit Dachlatten auf einem Raum von 2 x 4 m fuer eine Familie angeboten wird. Darueber ein Dach, aber denk bitte nicht, da wuerde irgendetwas winddicht oder regendicht verbunden!! Es gibt kein Wasseranschluss und schon gar keinen Strom. Wo die Leute ihre Toiletten haben, ueberlasse ich jetzt gern Deiner Fantasie und verspreche Dir, sie kann die Realitaet nur vage abbilden. Denkst Du an Duschen, Waschen, an Schlafen in einem Bett - geschweige denn, in einem pro Person -, an Matratzen, Kopfkissen, an Stuehle, Tische, Tassen, Teller, Loeffel, Gabeln – vergiss es. Gestern zeigte uns ein Fischer, der seine Holzhuette, sein „Zelt aus Holz" mit Blechresten aussen zu verkleiden versucht, die Naegel, die er benutzt: Mit deutschen Worten: Schrott, unbrauchbar, krumm, verrostet – selbst Andreas war den Traenen nahe, als er diesen ueber 60jaehrigen Mann sah, der mit zwei Steinen auf dem Boden sich muehte, die krummen Naegel in eine Form zu klopfen, die den Namen“ Nagel“ wenigsten annaehernd nahe kommt. Der Fussboden ist in den meisten Unterkünften die pure Erde. Und mann muss Mutter Erde schon sehr moegen, um sich hier nicht entwuerdigt zu fuehlen.Und die, deren Hauser hier von der Welle verwuestet wurden, hatten ja noch einen Feind mehr: manchen Nachbarn, der die herumliegenden Sachen wie Strandgut betrachtete und mitnahm, was ihm nuetzlich schien... Bilder der Pluenderungen, des „saqueo“ gingen ja um die Welt.
.....
Es ist ja jetzt Herbst. Der Winter kommt und das heisst hier an der Kueste Regen, Regen, Regen. Ewiges Novemberwetter. Kalt, feucht, grau. Ein Platzregen, der ohne Mühe auch 14 Tage dauern kann. Die Strassen verwandeln sich zu Fluessen. Die Familie, die wir unterstuetzen, hat 4 Generationen. Die Omi, mit Tochter und Mann, die wiederum zwei Toechter hat, Mara und Paola, die jungen Maedchen 18 und 20. Eine davon, Paoloa, mit Freund und zwei kleinen Kindern, 4 und anderthalb Jahre. ... zum Glueck retteten sie noch zwei Huehner. Aber was heisst schon Glueck in diesem Zusammenhang und angesichts dieses Dramas. Ihr Zelt steht jetzt in Dichato etwas hoeher, als vorher ihr Haus und so haben sie taeglich, stuendlich, ja immer den Blick auf die Bucht und das Desaster, den verwuesteten Ort, wo ihr Heim einst war. Die Schule hat noch immer nicht überall begonnen, wo auch. Erste Versuche sollen jetzt in der nachösterlichen Zeit gemacht werden.
Aber in den Turnhallen, wo die Leichen der Opfer lange zur Identifizierung lagen, mag keiner sein. Wie auch. Funktionalismus ist eben auch nicht immer hilfreich. Gestern Leichenhalle und Raum der Anatomie, heute Unterrichtsraum fuer Mathematik, Sport und Musik – wie soll das gehen?
Es muss!!"
Es muss. Es braucht aber wohl Einiges an Energie, dieses "müssen" auch umzusetzen. Energie und Hoffnung, auf ein Morgen und ein Uebermorgen.
Wo kriegt man das, angesichts von Not, Elend und Zerstörung her?
PS: Alle Fotos = Dr. Sabine Dievenkorn, für mission 21 in Concepción, Chile - Erschüttert IV
Nein diesmal geht es nicht um Erdbeben, sondern um die Kaltschnäuzigkeitg, mit der Menschen unsere Erde und was auf ihr lebt kaputt macht.
Es geht um chilenischen Fisch, genauer Lachs und was wir auf den Teller bekommen.
Folgendnen Blockeintrag habe ich übernommen. Er ist es wert, dass er weiterverbreitet wird.Lachsfieber: Wie der WWF das Sterben der Meere unterstützt
Tags: Marine Harvest
Es gibt Tage, da bleibt einem das Essen im Mund stecken. Der 10. März 2010 war ein solcher. Wer die TV-Dokumentation "Lachsfieber" in der ARD gesehen hat, weiß, wie schlimm es wirklich um die Zukunft der Meere bestellt ist - und wie sogar Organisationen wie der WWF fragwürdige Praktiken (passiv) unterstützt.
Es begann mit einer simplen Programmentscheidung: was sehen wir uns am 10. März 2010 im Fernsehen an. Die Entscheidung fiel auf die Dokumentation "Lachsfieber" der engagierten Dokumentarfilmer und WDR-Autoren Wilfried Huismann und Arno Schumann über Lachsfarmen im Meer. Nun sollte man ja meinen, dass Zuchtlachs weitaus ökologischer ist, als gefangener Wildlachs - doch weit gefehlt. Wenn man sich die Kernaussagen des Films ansieht, wird das eigene Weltbild zurecht gerückt: Für 1 kg Zuchtlachs müssen 5 kg Frischfisch aus dem Meer gefangen werden. Diese werden dann zu Fischfutter (!!) verarbeitet und an die Lachse, die in Käfigen in bis zu 40 Meter Tiefe im Meer gehalten werden, verfüttert.
Da außerdem bei einer solchen Massentierhaltung (es geht um mehrere 100 Millionen Lachse, die derart gehalten werden, vorwiegend in Ländern wie Chile, wo es keine allzu strengen Umweltauflagen gibt) die Tiere permanent von Krankenheiten bedroht sind, werden weiters Tonnen an Antibiotika ins Meer gepumpt, um Seuchen zu vermeiden - was aber nicht immer gelingt. Auf diese Weise wurden ganze Küstenlinien in Chile verseucht und mit Lachsviren kontaminiert. Fischer verloren ihre Arbeit, Muschelfarmer stehen aufgrund von Seuchen vor den Ruinen ihrer Existenz und das ohnehin arme Land Chile verarmt noch mehr.
WWF kooperiert gegen Bezahlung
Und das besonders erschreckende an der ganzen Situation: im Jahr 2008 ging der für dieses ganze ökologische Desaster verantwortliche Konzern Marine Harvest (der weltweit größte "Hersteller" von Zuchtlachs) eine Kooperation mit dem WWF ein. Seit damals prangt das "Gütesiegel" mit dem Panda-Bären auf den Produkten von Marine Harvest. Dafür bekommt der WWF (nach offiziellen Eigenangaben!) 100.000 Euro pro Jahr an Spenden von Marine Harvest.
Dass die Artenschützer des WWF dabei die Vergiftung der Meere (passiv) unterstützen, scheint die Verantwortlichen des WWF US und des WWF Norway nicht weiter zu stören. Jeder Leser dieser Zeilen bzw. Zuseher der erwähnten Dokumentation "Lachsfieber" mag sich sein eigenes Bild über diese Situation schaffen. Wir haben unseres bereits gemacht...
Da kann der WWF noch so schön in seinen Unterlagen auf die "Bedrohliche Situation" des Zuchtlachses aus Chile hinweisen. Da kann der WWF noch so schön folgendes formulieren: "In Chile müssen die Gesetze stärker durchgesetzt werden. In manchen Bereichen fehlen allerdings auch Regelungen zur Fischdichte und für die Zucht in Naturschutzgebieten. Über die ökologischen Auswirkungen der Zucht in Chile sind nur wenige Daten öffentlich verfügbar. Schätzungen über den Einsatz von Antibiotika und chemischen Mitteln zeigen, dass die Werte im Vergleich zu anderen Erzeugerländern hoch sind. Um die Standards der Lachszucht in den Erzeugerländern zu verbessern, hat der WWF gemeinsam mit fortschrittlichen Produzenten, NGOs und Regierungsvertretern den „Salmon Aquaculture Dialogue“ initiiert. In diesem Forum werden internationale Standards für die ökologische, sozial gerechte und ökonomische Lachszucht entwickelt. "
Die ökologischen Auswirkungen SIND dokumentiert, sie sind verheerend und sie sind bedenklich. Solange hier nicht sehr sehr schnell ein Umdenken einsetzt und der WWF weiter Gelder von der Industrie annimmt, die auf der anderen Seite verteufelt wird, ergibt sich ein Teufelskreis, der unser Meer langsam aber sicher kollabieren lässt!
Die Verantwortlichen vom WWF meinen weiters dazu: "Bei der Lachszucht gibt es Probleme mit Krankheiten und mit Überdüngung der Küstengewässer. Futterstoffe und Kot sinken zum Seeboden bzw. zum Meeresgrund und beeinträchtigen dort die Lebewesen unter den Käfigen. Durch den dichten Besatz sind die Fische sehr anfällig für Krankheiten und Parasiten. Krankheitserreger können zwischen Zuchtlachsen und wilden Arten übertragen werden. Zur Bekämpfung von Parasiten und Krankheiten werden Chemikalien und Antibiotika in großen Mengen eingesetzt, die das Wasser und den Meeresboden verunreinigen. Lachse gehören in Chile nicht zu den einheimischen Arten. Da der Lachs ein Raubfisch ist, können entkommene Zuchttiere verheerende Folgen für das Ökosystem haben."
Na ist das nicht schön, wenn es diese Probleme gibt, aber keine Aktionen dagegen gesetzt werden? Wie wär's, wenn man was dagegen unternimmt, statt auf der einen Seite Geld genau dieser angeprangerten Industrie zu nehmen und dafür andererseits nur einen kleinen Absatz im WWF-Fischführer zu schreiben?
Die Doku
Worum geht es in der Dokumentation denn nun genau? Im Prinzip um einen der reichsten Menschen der Welt, den man in seiner norwegischen Heimat nur den "Großen Wolf" nennt: John Fredriksen, Chef von Marine Harvest. Als Reeder gehört ihm nicht nur das weltgrößte Tankerimperium "Frontline", mit seiner "Marine Harvest" ist er der größte Player im Geschäft mit industriell produziertem Fisch. Seine Firma produziert pro Jahr über 100 Millionen Zuchtlachse in Chile und Norwegen - für die ganze Welt. Ein Geschäft mit schwindelerregenden Wachstumsraten.
Die bereits erwähnten WDR-Autoren Wilfried Huismann und Arno Schumann hefteten sich über ein Jahr lang an die Fersen des Großinvestors. Ihre brisanten Recherchen über den weltweit operierenden Nahrungsmittelgiganten wurden zum packenden Öko-Thriller "Lachsfieber".
Ökologischer Alptraum
Chile ist ein Paradies für Investoren. Alles, was in Europa durch Umweltgesetze verboten ist, können Unternehmer wie Fredriksen am anderen Ende der Welt tun: In Chile liegen die Lachsfarmen dicht beieinander, in den 40 Meter tiefen Käfigen tummeln sich doppelt so viele Lachse wie in Europa. Um Seuchen zu verhindern, werden Hunderte Tonnen Antibiotika ins Futter gemischt. Chemikalien und Farbstoffe an den Käfigen und im Wasser führen dazu, dass die Lachse nach 18 Monaten Mast ein chemisch und biologisch belastetes Produkt sind. Wenn die Fjorde vom Abfall der Industrie verseucht sind, hinterlassen Konzerne wie "Marine Harvest" einen ökologischen Friedhof und ziehen weiter gen Süden - in die noch intakte Welt Patagoniens.
Gegensätzliche Partner
Um das Image der Massentierhaltung im Meer zu verbessern, geht Fredriksen im April 2008 eine Partnerschaft mit der größten Umweltorganisation der Welt ein, dem WWF. Für eine Spende von 100.000 Euro pro Jahr darf "Marine Harvest"“ mit dem Panda-Bärchen des WWF für seine industriell erzeugten Mastlachse werben. Chilenische Fischer werfen dem WWF vor, er habe sich an John Fredriksen verkauft. Verbindliche Verbesserungen sind in diesem Abkommen nicht festgelegt. Am Lachs-Desaster in Chile hat sich nichts geändert. Wird John Fredriksen einfach so weiter machen? Endlich gelingt es den Autoren, den menschenscheuen Großinvestor in der Einsamkeit der norwegischen Berge zu stellen - beim Lachsangeln…
Das Ergebnis der Doku: Marine Harvest, die anfangs noch mit dem Fernsehteam kooperiert haben, entziehen jegliche Drehgenehmigung, die chilenischen Fischer und Ortseinwohner der betroffenen Regionen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz und die Verantwortlichen des WWF meinen nur lakonisch, man dürfe das ganze nicht so kurzfristig sehen, sondern müsse einige Jahre zuwarten, dann werde sich schon was ändern.
Wie sagt man manchmal so schön? Man kann nicht so viel kotzen, wie einem schlecht dabei wird...
[Quelle: nullzeit.at, ARD, WDR]übernommen von http://tauchen.nullzeit.at/Content.Node/sealife/unterwasserwelt/gefahren/Lachsfieber--Wie-der-WWF-das-Sterben-der-Meere-unters.de.php
- Erschüttert III
Nachfolgend ein Interview, das ich Andrina Speziale von Koch Media/Thurgauer Kirchenbote gegeben habe. Das Interview ist Grandlage für einen artikel der in der Aprilausgabe des Kirchenboten erscheinen wird
Was machten Sie in Chile? Warum?
Ich war von Oktober 1990 bis Februar 1997 im Auftrag der Basler Mission als Dozent an der Comunidad Teológica Evangélica de Chile in Santiago de Chile tätig. Zunächst wirklich als Dozent, später dann auch als Dekan des Instituts. In dieser Eigenschaft gehörten dann neben der Dozententätigkeit in Kirchengeschichte auch die akademische Leitung sowohl des Sitzes in Santiago als auch in einem gewissen Grad in Concepción, ca. 500 km südlich der Hauptstadt gelegen.
Zudem war ich Vizepräsident eine Nichtregierungsorgansation, KAIROS, die bis heute in zwei Armenvierteln in Santiago im Bereich von Kinder, Jugend- und Frauenarbeit tätig ist.
Ausserdem hatte ich im Rahmen meines Bildungsurlaubs 2009 die Möglichkeit die Kontakte zu den verschiedenen Kirchen die seit 1990 entstanden waren zu vertiefen und damit ein Stückweit mich auch von der Nachhaltigkeit mein es Einsatzes in den neunziger Jahren überzeugen.
Selber so etwas erlebt, als Sie dort lebten?
Nun Chile ist ein Land mit einer starken Erdbeben und Vulkantätigkeit, sodass kaum eine Woche vergeht, an der es nicht irgendwo
„rumpelt“, wie in der Thurgauerzeitung von heute (06.03.) zu lesen war. Zumal jeder Erdstoss von mehr oder weniger starken „Nachbeben begleitet ist. Wenn sich hier im Thurgau die Erde mit 3.6 Grad Richter bewegt, was schon fast ein Maximalwert in der Schweiz ist, dann sind die Nachbeben kaum mehr spürbar.
Nach dem schweren Beben vom 27. Februar mit der Stärke 8.8 sind die Nachbeben noch über Monate spürbar und zwar mit 5.0 und mehr.
Nun zur Ausgangsfrage, ob ich selbst so etwas erlebt habe.
Mein erstes „Erdbeben“, das war ein etwas komisches Gefühl eines Nachmittags am Schreibtisch, so etwas wie eine kurze Blutleere im Kopf, als begann sich ein bisschen „schwammig“ zu bewegen, ich dachte noch was ist den jetzt los, dann war es schon vorbei, an der Wäscheleine tanzen einig einsame Klüppli auf und nieder – und da wusste ich. £Das war ein Erbeben.
Meine Chilenischen Kollegen lachten mich dann aus, als ich ihnen am nächsten Tag erzählte, dass es gestern ja ein „Erdbeben“ gegeben habe. Das war lediglich ein kurzer Erdstoss, ein „Temblor“, ein Beben, ein „Terremoto“, das sei etwas ganz anderes.
Aber auch die Erdstösse haben natürlich verschiedene Intensitäten, einmal kam es so heftig, dass die Fensterscheiben klirrten und die Sachziegel einen Lärm verbreiteten, als sei eine Herde Elefanten auf ihnen unterwegs – aber die Scheiben hielten und die Ziegel blieben auf dem Dach.
Richtig heftig habe ich es dann doch noch eines Nachts erlebt, und da bewegte sich nun wirklich der Boden unter den Füssen, ich hatte das Gefühl, der Plättliboden kommt mir in Wellen entgegen, und dann fiel auch schon der Strom aus. Alle liefen entsetzt aus dem Haus, einige versuchten sich per Telefon ein Bild von der Lage zu machen, aber die Telefonverbindungen waren tot. Überall hupten die Diebstahlsicherungen der Autos und heulten die Sirenen der Alarmanlagen in den Nachbarhäusern.
Gespenstisch war es – aber nur für eine Viertelstunde.
Dann war das Licht wieder da, die meisten Alarmanlagen abgestellt, und irgendwo in Santiago war eine Mauer eingestürzt, die ein Passanten unter sich begraben hatte, Im Norden des Landes, nahe des Epizentrums seien die Schäden im Einiges Grösser, war am nächsten Tag den Medien zu entnehmen, Häuser zusammengestürzt und Brücken unpassierbar, aber das hatten wir schon wieder ein paar Stunden Schlaf hinter uns, um unterschied zu denen, die das Beben im Norden unmittelbarer erlebt hatten und sich vor Angst nicht in die Häuser gewagt hatten und nun gezwungen waren, die Nacht auf der Strasse zu verbringen.
Ein Beben der Stärke 8.8 habe ich aber nicht einmal annähernd miterlebt.
Wie erleben Sie die Zeit nach der Katastrophe als „indirekt“ Betroffener?
Nun – in der Zwischenzeit schon wieder sehr viel ruhiger. Der Schreck am 27. Als ich um 16. Uhr die Nachrichten hörte war sehr gross, und dazu kam das Entsetzen, als ich die Bilder im Fernsehen sass.
Meine Frau, die aus Chile stammt, und ich wir haben dann versucht mit ihren Verwandten Kontakt aufzunehmen, was erst spät in der Nacht gelang, und da nicht einmal nach Santiago.
Nun wussten wir zumindest, dass nördlich von Santiago wirklich alles in Ordnung war. Unsere Gedanken kreisten aber um Verwandte und Freunde in Santiago, hier kam eine Telefonische Verbindung erst am Sonntagnachmittag zustande. Was uns etwas beruhigte war, dass die Opferzahlen zwar von Stunde zu Stunde stiegen, aber nicht so rasant wie es nach den Bildern zu erwarten war.
Es war eine Zeit des Wartens und Bangens, erst am Dienstag war es Möglich telefonische mit meiner Schwiegermutter in Santiago aufzunehmen – und vom Süden wussten wir immer noch nichts, und so war die Erleichterung gross, als ich via mail und Kontakten zu mission 21 erfahren habe, dass Freunde und Arbeitskollegen von früher in Concepcion soweit wohlauf sind. Über die Schäden an Gebäuden wird in den ersten Tagen nicht gesprochen, das kommt erst an zweiter Stelle, zunächst ist jede® Froh wenn er und Verwandte und Freunde zumindest körperlich unversehrt davongekommen sind.
Wie kann man den Chilenen wirklich helfen? Was raten Sie Christen im Thurgau zu tun?
Nun das ist eine nicht ganz einfache Frage, denn das wichtigste nach so einer Katastrophe ist, die Opfer zu begleiten, ihnen zu verstehen zu geben. Du/ Ihr seid nicht allein, dazu kommt die Erstversorgung der Verletzen, Bergung der verschütteten und Beerdigen der Toten.
Nun ist Chile ein Land – sagen wir mal - mit Erdbebenerfahrung. Trotz des immensen Chaos, war die Lage in Santiago bald unter Kontrolle, Schwieriger wurde die Situation wenn man ins weiter südlich gelegene Talca und Concepcion wollte, hier dauerte die Orientierung länger, und wenn man an die verheerenden Folgen des Tsunami denkt wohl zu lang. Auch die Versorgung der Bevölkerung war anfangs sehr sehr schlecht. Ob es ein guter Entscheid der Staatspräsidentin war nicht sofort Hilfe von aussen anzufordern, möchte ich hier hinterfragen, aber das ist nun mal geschehen.
Jetzt geht es um den Aufbau der Infrastruktur, Strassen, Brücken, Schulen , Kindergärten, Kirchen- und natürlich von Häusern und hier sind helfende und offene Hände gefragt. Mit anderen Worten: der Staat, die Kirchen und Privatpersonen brauchen Geld – und dieses Geld muss gut eingesetzt und kanalisiert werden.
Es gibt bereits einige Spendenkonten und dabei ist wichtig, dass diese Organisationen dann auch wirklich vor Ort tätig sind, und das nicht erst seit der Katastrophe. So hat mission 21, seit einigen Jahren die operativen Tätigkeiten der Basler Mission auch in Chile übernommen hat, ein Spendenkonto eingerichtet und was viel wichtiger ist, auch eine lange Geschichte mit Personen und Netzwerken vor Ort, so dass das Geld zielgerichtet und Nachhaltig eingesetzt wird – und wenn ich ökumenisch Denke, dann fällt mir die Kolping Familie in Chile ein, welche ein gut verzweigtes Netz auch in Chile hat, und dessen Einsatz vor Jahren mich immer wieder freute und überzeugte. Und was wir auch nicht vergessen sollten, die offenen Hände zu falten um für die Menschen und das Land zu beten.
Die Kontonummer lautet: PC 40 – 726233 - 2 Vermerk „Wiederaufbau Chile – Projekt 426.1001
Wie beurteilen Sie die Situation?
Nun bis alles wieder „Normal“ läuft werden Monate, wenn nicht Jahre vergehen, und jetzt rede ich von den Materiellen Schäden, was die Menschen angeht, werden bei einigen Trauma entstanden sein, die sich fast nicht heilen lassen. Gut ist, dass es seit einigen Tagen wieder Wasser, und Lebensmittelgibt, auch Strom und Telekommunikation.
Die Plünderungen besonders in Concepcion wurden mit militärischem Einsatz gestoppt, und muss ich für mich ein Fragezeichen setzen. Es war in meinen Augen richtig hier das Militär einzusetzen, was mich erschreckt, dass nun Menschen aus der Region nur noch dem Militär zutrauen die Lage im Griff zu haben.
Für mich, der die Rolle der Militärs von 1973 bis 1990 immer wieder kritisch hinterfragt und wegen der Missachtung der Menschenrechte kritisiert hat, ist das ein Schock, der fast so nachhaltig ist wie das $beben selbst, nämlich wie schnell können Menschen vergessen, was ihnen angetan wurde, als das Militär die Strassen regierte.
Wie steht es um die Ortschaften, wo Sie persönlich waren?
Etwas sarkastisch bemerkte ich beim Anblick der Bilder von Constitución, einem Fischerdorf an der Küste ca. 300 km südlich von Santiago: Nun hier holst Du Dir keine Muschelvergiftung mehr ( In meinen ersten Familienferien 1991 hatte ich mir eine fürchterliche Vergiftung geholt). Von den Häusern an dieser Strasse steht keines mehr. Auch in Santiago gibt es in dem Stadtviertel, in dem Meine Frau wohnte und das wir noch im vergangen Sommer besucht hatten, empfindliche Lücken, vor allem bei den alten Häusern die den verblassten Charme einer ehemaligen Grösse und Wichtigkeit rund um den Hauptbahnhof spiegelten.
Concepción und vor allem die Hafenstadt Talcahuano, werde ich wohl bei meinem nächsten Besuch nicht in allen Teilen wiedererkennen, denn hier sind die Schäden immens.
Kennen Sie vom Erdbeben Betroffene?
Ich bin in der glücklichen Lage Gott Dank sagen zu dürfen, dass aus meinem direkten Verwandten und Freundeskreis keine Todesopfer zu beklagen sind. Materille Schäden, das ja, und die sind dann auch schwer, wenn man nach 15 Jahren Arbeit, Studium, Teilzeitarbeit nun endlich eine Feste und Gut bezahlte Stelle hat und damit die Grundlage um einen Kredit anzugehen für ein eigenes Haus – und nun vor den Trümmern steht, das ist bitter.
Ein Blick auf die Kirchen und deren Pfarrerinnen und Pfarrer.
Hier ist jetzt ganz viel Arbeit, um die Gebäude wiederherzustellen, und vor allem die Menschen zu begleiten – und zugleich kommt mir aus den Mails neben der Wut über die, welche die Situation nun ausnutzen um zu stehlen und zu Plündern, ganz viel Gottvertrauen entgegen und Mut, die Situation zu ändern.
Chile wollte dieses Jahr gross die 200 Jahre seien Existenz als Nation feiern.
Manches wird wohl anders gefeiert werden müssen, aber es wäre nicht Chile, wenn man sich nicht sofort und gemeinsam an den Wiederaufbau machen würde – auch mit dem Blick nach oben. - Erschüttert II
Folgende Meldung konnte ich gerade der Website der Reformierten Presse der Schweiz entnehmen:Mission 21 unterstützt Erdbebenopfer in Chile
Die Mitarbeitenden von Mission 21 in Chile seien am Leben, wie Mission 21 mitteilt. Die chilenischen Partner sind in Sozialprojekten mitten unter den Schwerstbetroffenen in Santiago und in Concepción tätig. Jahrelange Aufbauhilfe in der Gegend um Concepción werde dringend nötig sein.
Das gewaltige Erdbeben in Chile betreffe die verschiedenen Partner von Mission 21 direkt. Zwar besteht wegen der unterbrochenen Kommunikationswege noch kein genaues Bild über die Schäden und den Hilfsbedarf. Mission 21 ist auch nicht auf sofortige Nothilfe nach Naturkatastrophen ausgerichtet.Nach bangen Tagen habe Mission 21 die Nachricht erhalten, dass die langjähriger Mitarbeiterin Solveig Schrickl das Erdbeben überlebt hat. Sie engagiert sich in der Region Concepción im Gesundheitsprojekt des Entwicklungsdienstes der chilenischen Methodistenkirche in den Armutsvierteln. Sie wird ihre wichtige Arbeit an der Seite der Betroffenen so gut wie möglich fortführen.Die Naturkatastrophe in Chile zeige leider, dass die Ärmsten am meisten unter den Folgen leiden müssten, schreibt Mission 21. Damit langfristige Aufbauhilfe dank Projektpartnern von Mission 21 den am stärksten Betroffenen zugute kommen kann, hat Mission 21 eine Sondersammlung eröffnet: Postcheckkonto 40-726233-2, «Vermerk Wiederaufbau, Chile/Projekt-Nr. 426.1001». Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz Heks hat keine Projekte in Chile.























