Was ist der Jakobsweg?
Der Jakobsweg, Jakobusweg ist ein ganzes Wege-System. Wie die Verästelungen von Bachläufen und Flüsschen zu einem Flusssystem führen, durchqueren verschiedenste Wege ganz Europa nach Spanien. Es ist deshalb auch richtig, von den Jakobswegen in Mehrzahl zu sprechen. In Spanien führt ein Hauptweg, der camino francés, von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela in Nordwestspanien und noch weiter bis ans Cap Finisterre am Atlantik.
- Der Name Jakobusweg bezieht sich auf den Apostel Jakobus den Älteren. Er war zusammen mit seinem Bruder Johannes einer der zwölf Apostel. Die Wege, die nach Santiago führen, erhielten den Namen Jakobsweg. Es entwickelten sich auch andere Namen wie Sternenweg und Milchstrasse.
- Das Jakobusgrab in Santiago de Compostela: Die Legende besagt, dass die Gebeine von Jakobus in Santiago begraben liegen. Ans Jakobusgrab setzte parallel zur spanischen Reconquista eine grosse Pilgerschaft ein. Santiago gehörte im Mittelalter mit Rom und Jerusalem zu den drei Hauptorten der christlichen Pilgerziele.
- Schweizer Wege: Durch die Schweiz führen zwei Wege, der sogenannte Schwabenweg ab Konstanz, der andere ab Rorschach nach Einsiedeln. Von dort geht es weiter entweder über Luzern und den Brünigpass oder durch das Emmental nach Fribourg, Lausanne und Genf. Die Distanz von der Ostschweiz bis Santiago beträgt gut 2000 km. Die durchschnittliche Pilgerzeit für diesen Weg beträgt drei Monate ohne den Heimweg. Distanztabelle.
Der Schwabenweg / Pilgerweg
Der Schwabenweg ist ein Teil des seit dem zwölften Jahrhundert begangenen Jakobswegs und verbindet die deutschsprachigen Länder mit der französischen Route.
Die eine Route des Schwabenwegs führt über Konstanz und Schwaderloh nach Altenklingen.

Dann geht es eigentlich via Jakobskirche Märstetten an die Thur, über die Brücke nach Amlikon und über Lommis nach Fischingen, wo die Pilger früher bei der ehemaligen Benediktiner-Abtei Halt machten. Leider weicht der heutige Weg teilweise erheblich von der ursprünglichen Route ab, auf Märstetter Gemeindegebiet führt er weit neben der Jakobskirche vorbei, ebenso wird das Dorf Lommis umgangen.

Der Weg führt ab Fischingen weiter über die Höhen des Hörnli, dann ins Tösstal über Steg nach Rapperswil SG am Zürichsee. Zwischen diesem Ort und dem jenseitigen Ufer, der tief in den See einschneidenden Landzunge Hurden, bestand früher ein Fähre. Dabei gingen bei einer Pilgerüberfahrt im September 1345 bei einem Sturm vierzig Menschen unter. In der Folge wurde dort 1358 eine Rapperswil - Holzbrücke erbaut, an deren Ende seit 1497 eine Kapelle steht. Der Holzsteg wurde im Jahr 1878 durch einen nahegelegenen Seedamm überflüssig und abgebrochen; 2001 wurde der Holzsteg neu errichtet.

Von Hurden führt die Pilgerstrasse über das schwyzerische Pfäffikon den steilen Etzelhang hinauf zum Etzelpass und an seinem Südabhang hinunter zur Sihl. Dort liess Abt Gero von Einsiedeln (1101 bis 1122) bei Egg die Teufelsbrücke bauen, die den Weg nach dem nahen Einsiedeln ermöglichte.
Die andere Möglichkeit, den Schwabenweg zu begehen, führt über Lindau, Bregenz, St. Gallen, Wattwil nach Rapperswil und von dort zum Kloster Einsiedeln.
Beim Vierwaldstättersee teilt sich der Weg wieder: Am einen Weg liegen der Brienzer- und Thunersee, an der anderen Möglichkeit Burgdorf und das Emmental.
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