Facebook MySpace Twitter Google Bookmarks RSS Feed 

Links

Start Vereinsleben Männerchor Märstetten Männerchor Märstetten am sgf’08
Männerchor Märstetten am sgf’08

Männerchor Märstetten am sgf’08

PDF Drucken E-Mail
( 4 Votes )

Festbericht vom Schweizerischen Gesangsfest 2008 in Weinfelden

Schlussfeier am sgf'08

Aus aktuellem Anlass habe ich meinen Festbericht im Fussballjargon abgefasst, damit auch die Fussballbegeisterten unter Ihnen auf ihre Rechnung kommen.

Am Gesangfest angetreten wurde mit folgender Aufstellung:

  • Trainerin: Bianca Allenbach sowie als Tor- resp. Klavierhüter: Theo Stähli
  • Schiedsrichter: Experte Herr Kämpfen aus dem Kanton Wallis.
  • Mannschaftsaufstellung: 21 Mann, 1 Mann Auslandverpflichtung, kein Reservespieler
  • Dress: Schwarze Hose, schwarze Stulpen, nicht weisse, blaues Oberteil ,Kravatte
  • Als Fanclub mit dabei: Schlachtenbummler von Märstetten, Exponenten des Gemischten Chores Märando, Damenchor Schwarzenbach sowie weitere illustre Zaungäste
  • Stadion: Grossartige, vollständig überdeckte Halle des Rathauses Weinfelden, komplett ausverkauft, auch die letzten verfügbaren Stehplätze waren belegt
Ich komme zur Spielstrategie:

Erster Spielabschnitt mit dem Uebertitel “Frag nur den Wind, wie die Wolken ziehn“:
Zum Anfang defensiver Spielaufbau, möglichst ohne Ball- resp. Tonverlust. Kontinuierliches Pressing im Verlaufe des Vortrages. Wir hatten einige sehr gute Tonchancen und diese auch genutzt. Es ist uns gelungen, den Druck auf das Publikum bis zum Schluss des ersten Abschnittes aufrecht zu erhalten. Abschluss mit einem Forte:“Schau doch wohin die Wolken ziehn, frag nur den Wind“.

Zum zweiten Spielabschnitt mit dem Titel: „Das Ave Maria der Berge“:
Im Mitteldrittel unseres Auftrittes begannen wir ganz bewusst sehr defensiv mit einem Piano. Aus dieser Defensive gingen wir mit einem gezielten Spielaufbau in ein flüssiges Spiel über. Dank unseren 2 Linksaussenspielern, den Star-Tenören Tobias Arni und Hans Zwicky, konnten wir einen Solo-Vorstoss lancieren, der die Herzen der weiblichen Fans schmelzen liess. Die sonoren Glockenschläge des Basses mit ihrem Dong, dong dong, dong dong, dong dong haben das Uebrige dazu beigetragen, dass kein Auge trocken blieb.

Zum dritten Spielabschnitt „Hol die roten Stiefel, Anna-Lena":
Wir tauschten die Fussballschuhe ultimativ mit den russischen Tanzstiefeln. Bis jetzt waren wir locker ohne den Torwart ausgekommen. Doch zu diesem Spiel konnten wir kein Risiko eingehen, eine Top-Besetzung des Torraumes war unerlässlich. Mit Theo Stähli hatten wir unseren starken Mann im Rücken. Er spielte diesmal ausnahmsweise ohne Handschuhe, die Situation war zu delikat, jeder Ton musste sitzen. Zum Spielaufbau: Sofort am Anfang die Aufforderung an Anna-Lena, die roten Stiefel zu holen. Von Minute zu Minute spürte man, was der Wanja in seinem Herzen fühlte. Seine Sehnsucht, endlich den befreienden Treffer bei ihr landen zu können, stieg ins Unerträgliche.“Hei-a, hei-a uns gehört die Nacht“ sang er. Schliesslich hielt es auch seine Anna-Lena nicht mehr länger aus und holte extra für ihn den weissen Sarafan, eine reich bestickte Tracht, um für Ihn die Allerschönste zu sein.

Zum Spielende liessen unsere Kräfte begreiflicherweise etwas nach. Nach 13 bewegenden, atemberaubenden Spielminuten, reine Singzeit wohlverstanden, haben wir das Turnier beendet. Wir bäumten uns auf zu einem letzten Fortissimo!

Publikum an der Schlussfeier

Die Spielanalyse eine Stunde nach dem Match machte wie erwähnt Chefexperte Kämpfen. Der hat ein besonderes Musikgehör - …ein regelrechtes Fehlergehör! Sein Kommentar im Zeitraffer: Gute Ausstrahlung, Freude am Singen, Mitgehen mit der Dirigentin, auf sie eingehen, grosses Lob für auswendiges Singen. Verbesserungspotential sieht er allerdings auch: Deutliche Aussprache, Betonung der Endsilben oder eben  gerade deren Nichtbetonung), Atemtechnik, Fähigkeit im richtigen Moment geräuschlos Luft zu holen. Ich komme zum Schluss: Chum bring en hei, - den guten Experten-Bericht! Hier ist er: Prädikat  „gut“! Nach einem so wichtigen Spiel steht natürlich die Frage nach einem Trainerwechsel im Raum. Nicht so bei uns. Im Gegenteil, wir hoffen, dass unsere Trainerin den Vertrag mit uns wieder verlängert. Vielleicht für weitere 38 Jahre, denn so lange ist es her, dass der Männerchor Märstetten das letzte Mal an einem Eidgenössischen teilgenommen hat.   

15. Juni 2008, Männerchor Märstetten, Jürg Wartmann