
Willkommen in der Pilgerherberge Märstetten!
Unsere gemütliche Herberge liegt in einer charmanten Altbauwohnung, direkt im historischen Dorfkern.
Insgesamt bieten wir 10 Betten, die sich auf zwei Räume verteilen: ein 4-Bett-Zimmer (mit zwei Etagenbetten) sowie ein 6-Bett-Zimmer (mit zwei Etagenbetten und zwei Einzelbetten).
Kuschelige Wolldecken liegen für Sie bereit – bitte bringen Sie aus hygienischen Gründen Ihren eigenen Schlafsack mit. Zudem erwartet Sie eine voll ausgestattete Küche, in der Sie sich Ihr Frühstück und warme Mahlzeiten ganz einfach selbst zubereiten können.
Vom 1. April bis 31. Oktober ist ab 17.00 Uhr eine Person für ankommende Pilger auf Abruf zuständig. An der Haustüre befindet sich eine Liste der jeweiligen zuständigen Person.
Übernachtungspreise Pilgerherberge Märstetten
- Erwachsene: CHF 25.00 / € 27.- pro Nacht
- Kinder bis 16 Jahre: CHF 12.00 / € 13.- pro Nacht
Schlafsack erforderlich!
In Ausnahmefällen kann ein Leintuch-Schlafsack für CHF/€ 5.00 gemietet werden.
Einkaufsmöglichkeit im Supermarkt VOLG an der Bahnhofstrasse
https://maps.app.goo.gl/dALJL25qWiLxxppo6
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Öffnungszeiten |
Mo-Fr |
06.00-21.00 Uhr |
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Sa |
07.00-19.30 Uhr |
Bäckerei "Sonne Beck"
https://maps.app.goo.gl/UK7Y8aZA9zPMwf1KA
Es gibt Möglichkeit für die Einnahme ein kleines Frühstücks.
| Öffnungszeiten | Mo-Fr | 06.00-12.00 / 16.00-18.30 |
| Sa | 06.00-12.00 | |
| So | 08.00-11.00 |
Restaurants in der Nähe
Aktuell gibt es im Dorf keine Restaurants mehr, ausgenommen das Café Kanapee:
- https://maps.app.goo.gl/9UNmoyrWFTuZcbsu5
- Öffnungszeiten: Montag - Freitag 08:00 - 18:00 Uhr
Die Pilgerherberge Märstetten ist ausschliesslich für Pilgernde (Wandernde) auf dem Jakobsweg gedacht.
Eine Reservation ist nicht notwendig (ausser für Gruppen), aber sehr zu empfehlen. Hunde sind nicht erlaubt.
- Die Pilgerherberge ist zwischen November und April offiziell geschlossen.
- Während dieser Zeit kann eine zuständige Person für eine Übernachtung angerufen werden.
- Die Telefonnummer ist an der Haustüre der Herberge angeschlagen.
Anfragen - Reservationen
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Reservationsanfragen bitte direkt über unserer elektronisches Buchungssystem: Hier klicken!
- Sonstige Auskünfte:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. - Telefon: +41 77 512 58 31
Pilgerstempel
Der Pilgerstempel ist in der Pilgerherberge oder in der Kirche, im Kasten unter der Treppe zu finden.
Auf dem Schwabenweg nach Märstetten: Geschichte erleben
Der Schwabenweg ist das historische Herzstück der Schweizer ViaJacobi (Route 4). Er verbindet seit Jahrhunderten den Bodensee mit dem traditionsreichen Kloster Einsiedeln. Pilgerinnen und Pilger, die von Konstanz oder Kreuzlingen aus aufbrechen, durchqueren das sanfte thurgauische Hügelland und steuern auf ein Etappenziel zu, das mit verborgenen historischen Schätzen aufwartet.
Märstetten bietet weit mehr als nur einen Platz zum Ausruhen. Es ist ein tief verwurzelter, geschichtsträchtiger Knotenpunkt, an dem sich ein kleiner Umweg in die Vergangenheit lohnt.
Jahrtausende alte Spuren: Märstetten in der Römerzeit
Die Besiedlung rund um Märstetten reicht weit zurück und macht die Region zu einem Paradies für Geschichtsinteressierte. Lange bevor der eigentliche Pilgerweg entstand, hinterliessen die Römer hier deutliche Spuren:
- Strategische Strassen und Funde: Archäologische Aufzeichnungen belegen, dass das Gemeindegebiet schon in der Antike besiedelt und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war. Sogar auf der heutigen Hubstrasse im Dorfkern waren vermutlich schon die Römer unterwegs. Bei Grabarbeiten direkt im Dorf – nördlich der heutigen Kirche im Bereich des Friedhofs – stiess man auf alte Mauerreste, die teilweise direkt in die Römische Kaiserzeit datiert werden. Auch antike Münzen aus dem 4. Jahrhundert bezeugen eine dauerhafte Präsenz.
- Der römische Gutshof in Boltshausen: Ein besonderes historisches Juwel liegt im nahen Weiler Boltshausen. Hier thronte in den ersten Jahrhunderten nach Christus eine stattliche römische Villa Rustica (ein römischer Gutshof). Die archäologischen Funde deuten darauf hin, dass dieser Hof nachweislich bis weit in das krisengeschüttelte 4. Jahrhundert hinein bewirtschaftet oder zumindest temporär als Zuflucht genutzt wurde.
Sensationelle Urkunden: Märstettens wahres Alter
Entgegen älterer Annahmen ist der Kernort Märstetten historisch weitaus früher fassbar als seine heutigen Weiler. Akten belegen die stolze, über 1000-jährige Geschichte des Dorfs.
Unser Insider-Tipp: Der Abstecher zur Ruine Altenburg
Kurz vor dem Etappenziel Märstetten sollten Sie die offizielle, neuzeitlich markierte Route für einen Moment verlassen. Folgen Sie dem Wegweiser zur Ruine Altenburg – ein Abstecher, der sich unbedingt auszahlt:
- Die älteste Steinburg im Thurgau: Die Anlage reicht gemäss neueren archäologischen Forschungen vermutlich bis in das 8. oder 9. Jahrhundert zurück. Damit ist sie nachweislich die älteste in Stein gebaute Burg des gesamten Kantons und ein archäologisches Juwel der Schweiz.
- Historisches Ambiente: Die im Wald versteckte Ruine versprüht eine ganz besondere, mystische Ruhe. Sie lädt zu einer kurzen Rast abseits des Wanderstroms ein.
Der Blick auf Schloss Altenklingen
Vom geschichtsträchtigen Areal der Ruine öffnet sich auf dem Weg hinunter zum Dorf Märstetten ein faszinierendes Panorama: Sie geniessen hier einen herrlichen Blick auf das Schloss Altenklingen.
Dieses prachtvolle Bauwerk steht in direkter Verbindung mit dem Pilgerwesen vergangener Tage: Das Schloss Altenklingen diente in früheren Jahrhunderten vor allem Adligen als feste Unterkunft auf ihrer Pilgerreise. Wo heute das Spätrenaissance-Schloss thront, fanden blaublütige Wallfahrer auf ihrem Weg nach Süden Schutz, Herberge und Verpflegung.
Das wahre Ziel: Die evangelische Jakobskirche Märstetten
Von der Altenburg kommt man auf wunderschönen Wegen auf direktem Wege zur Jakobs-Kirche Märstetten, welche aus unklaren Gründen ebenfalls abseits der modernen Pilgerroute liegt.
Dabei schlägt genau hier das spirituelle Herz des Schwabenwegs in unserer Region:
- Das Monumental-Fresko: Im Inneren der im Jahr 1489 neu geweihten Kirche erwartet Sie ein kulturhistorisches Highlight von nationaler Bedeutung. Das riesige, spätgotische Wandgemälde "Das Jüngste Gericht" (entstanden um 1487/1507) über dem Chorbogen zieht jeden Betrachter in seinen Bann.
- Ihr Pilgerstempel: Lassen Sie sich diesen geschichtsträchtigen Ort nicht entgehen. Direkt in der Kirche (im Kasten unter der Treppe) liegt der offizielle Pilgerstempel für Ihren Pilgerpass bereit.
Weitere historische Schätze im Dorfkern
Direkt im alten Ortskern von Märstetten, nur wenige Schritte von der Kirche entfernt, zeugen weitere imposante Bauwerke von der grossen Bedeutung des Dorfes in vergangenen Jahrhunderten:
- Das Hohe Haus: Dieser stattliche Riegelbau mit markanter Laube wurde im Jahr 1613 vom Konstanzer Domherrn Salomon Buchhorner als herrschaftliches Zehntenhaus erbaut. Direkt daneben befindet sich das zugehörige Trottenhaus mit seinen kunstvoll gemalten Ecksäulen.
- Der Alte Kelhof: Nur einen Steinwurf entfernt liegt der geschichtsträchtige Kelhof. Das zweigeschossige, teilweise geriegelte Wohnhaus besitzt einen echten mittelalterlichen Kern (mit einer historischen Inschrift von 1488) und diente einst als Verwaltungssitz für die Abgaben an das Domstift Konstanz.
Nach diesen reichhaltigen kulturellen Eindrücken erreichen Sie schliesslich unsere Pilgerherberge im Dorfkern, wo Sie den Tag in aller Ruhe Revue passieren lassen können.
Ausblick auf den nächsten Tag: Der historische Thurübergang bei Amlikon
Den Spuren der alten Fährleute an der Thur kann man erst am folgenden Tag, gut erholt, folgen. Die nächste Etappe führt Sie schliesslich hinunter in die weite Thurebene an ein echtes Nadelöhr der Geschichte: den Thurübergang bei Amlikon.
Seit dem Mittelalter war dieser Punkt für Händler und Wallfahrer von strategischer Bedeutung. Jahrhundertelang existierte an dieser unberechenbaren, oft wilden Thurpassage lediglich ein Fährbetrieb, um Mensch und Fracht überzusetzen. Erst im Jahr 1728 gelang ein Meilenstein der Infrastruktur: Es wurde die erste feste Holzbrücke über die Thur geschlagen, welche die Pilgerroute nach Süden endgültig sicher und komfortabel machte.